Kolumba
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Jakob Hubert Eschweiler
1894 – 1965
Museumsdirektor 1926 – 1938

12.6.1894 geb. in Euskirchen als jüngster von vier Söhnen einer Kaufmannsfamilie. 1914-1917 Studium der Theologie und Kunstgeschichte in Bonn (bei Wilhelm Neuß, Wilhelm Worringer, Paul Clemen). 10.8.1918 Priesterweihe. 1918-1922 Kaplan in Windberg bei Mönchengladbach. 1922 Hauszelebrant im Karmel, Köln-Lindenthal; Praktikum am Schnütgen-Museum unter Direktor Fritz Witte. 1924 Berufung in den Vorstand des »Vereins für christliche Kunst im Erzbistum Köln«; verfasst und publiziert seinen ersten Sammlungskatalog. 7.9.1926 Ernennung zum ersten Direktor (ehrenamtlich) des Diözesanmuseums; Berufung zum Leiter und Dozenten am »Institut für religiöse Kunst«. 30.9.1933 nach Auflösung des Instituts Verlust der finanziellen Existenzgrundlage. 1936 Publikation seines zweiten Sammlungskataloges. 1938 Ausscheiden aus dem Direktorenamt und Rückzug ins Privatleben. Herbst 1939 Eintritt als Gast in die Erzabtei Beuron; intensive wissenschaftiche und Gutachtertätigkeit. Sommer 1962 Umzug nach Haus Burgfey bei Mechernich, das ihm nach dem Tod seines Bruders als Erbe zugefallen war. 1965 Einweihung der von Eschweiler gestifteten Burgfeyer Kapelle; Einrichtung einer Stiftung zugunsten von Künstlern »ohne Rücksicht auf deren Rasse, Religion oder politische Überzeugung« (1974 amtlich genehmigt); 29.10. gest. in Mechernich

»Geht man von Kommern aus durch die Becherhofer Siedlung in Richtung Kommern- Süd, kann man rechter Hand in dem leicht ansteigenden Gelände ein kleines architektonisches Juwel entdecken. Es ist in den allermeisten örtlichen Straßenplänen verortet und doch kennt es kaum einer, die "Becherkapelle": Sie hat keinen Turm und auch sonst keine direkten Auffälligkeit, die den Neugierigen auf sich aufmerksam macht. Die kleine Kapelle schmiegt sich wie selbstverständlich in den Hang, als wollte sie der Situation großen Respekt zollen und nur nicht auffallen. Sie duckt sich mit ihrer horizontalen Formensprache wie eine Berghütte, sich schützend vor Wind und Klima. Nur eine große Buche steht davor wie ein Ausrufezeichen. Steht man aber oben, erschließt sich von ihr aus ein weiter Blick in das entfernte Tal Richtung Euskirchen. Es ist ein wirklich schöner Ort, sehr bewusst ausgewählt für eine selbstbewusste Wegekapelle. Leider ist diese kleine Kapelle immer wieder Ziel von Beschädigungen und Verschmutzung. Sie liegt verborgen und nachts kann dort ungesehen getrunken, geraucht und zerstört werden. Die Kapelle ist der "Schmerzhaften Mutter" gewidmet und eine Stiftung des Prälaten Jakob Eschweiler. Der beauftragte 1965 den jungen engagierten 26jährigen Architekturstudenten Theodor Strauss aus München damit, für diese Stelle einen modernen Gebetsort zu entwerfen. Strauss baute eine Architektur aus Naturstein und Beton in streng geometrischen Bauhaustil. Das Gebäude erinnert entfernt an die großen Architekturvorbilder der Zeit: Den amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright mit seinen freistehenden Wandscheiben und seinen ineinander übergehenden Folgen von Räumen. Auch die horizontale Figuration duckt sich in die voreifler Hügel wie die Präriehäuser Frank Lloyd Wright´s sich in die amerikanische Prärie einpassen. Vor der Kapelle steht eine Bank. Darauf zu sitzen und den Vögeln beim Schwatzen zuzuhören und ins Tal zu schauen, das würde Eschweiler gefallen.« (Prof. Matthias Heiermann, Köln, Kuratorium Stiftung Jakob Eschweiler)

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KOLUMBA :: Museumsgeschichte :: Jakob Eschweiler

Jakob Hubert Eschweiler
1894 – 1965
Museumsdirektor 1926 – 1938

12.6.1894 geb. in Euskirchen als jüngster von vier Söhnen einer Kaufmannsfamilie. 1914-1917 Studium der Theologie und Kunstgeschichte in Bonn (bei Wilhelm Neuß, Wilhelm Worringer, Paul Clemen). 10.8.1918 Priesterweihe. 1918-1922 Kaplan in Windberg bei Mönchengladbach. 1922 Hauszelebrant im Karmel, Köln-Lindenthal; Praktikum am Schnütgen-Museum unter Direktor Fritz Witte. 1924 Berufung in den Vorstand des »Vereins für christliche Kunst im Erzbistum Köln«; verfasst und publiziert seinen ersten Sammlungskatalog. 7.9.1926 Ernennung zum ersten Direktor (ehrenamtlich) des Diözesanmuseums; Berufung zum Leiter und Dozenten am »Institut für religiöse Kunst«. 30.9.1933 nach Auflösung des Instituts Verlust der finanziellen Existenzgrundlage. 1936 Publikation seines zweiten Sammlungskataloges. 1938 Ausscheiden aus dem Direktorenamt und Rückzug ins Privatleben. Herbst 1939 Eintritt als Gast in die Erzabtei Beuron; intensive wissenschaftiche und Gutachtertätigkeit. Sommer 1962 Umzug nach Haus Burgfey bei Mechernich, das ihm nach dem Tod seines Bruders als Erbe zugefallen war. 1965 Einweihung der von Eschweiler gestifteten Burgfeyer Kapelle; Einrichtung einer Stiftung zugunsten von Künstlern »ohne Rücksicht auf deren Rasse, Religion oder politische Überzeugung« (1974 amtlich genehmigt); 29.10. gest. in Mechernich

»Geht man von Kommern aus durch die Becherhofer Siedlung in Richtung Kommern- Süd, kann man rechter Hand in dem leicht ansteigenden Gelände ein kleines architektonisches Juwel entdecken. Es ist in den allermeisten örtlichen Straßenplänen verortet und doch kennt es kaum einer, die "Becherkapelle": Sie hat keinen Turm und auch sonst keine direkten Auffälligkeit, die den Neugierigen auf sich aufmerksam macht. Die kleine Kapelle schmiegt sich wie selbstverständlich in den Hang, als wollte sie der Situation großen Respekt zollen und nur nicht auffallen. Sie duckt sich mit ihrer horizontalen Formensprache wie eine Berghütte, sich schützend vor Wind und Klima. Nur eine große Buche steht davor wie ein Ausrufezeichen. Steht man aber oben, erschließt sich von ihr aus ein weiter Blick in das entfernte Tal Richtung Euskirchen. Es ist ein wirklich schöner Ort, sehr bewusst ausgewählt für eine selbstbewusste Wegekapelle. Leider ist diese kleine Kapelle immer wieder Ziel von Beschädigungen und Verschmutzung. Sie liegt verborgen und nachts kann dort ungesehen getrunken, geraucht und zerstört werden. Die Kapelle ist der "Schmerzhaften Mutter" gewidmet und eine Stiftung des Prälaten Jakob Eschweiler. Der beauftragte 1965 den jungen engagierten 26jährigen Architekturstudenten Theodor Strauss aus München damit, für diese Stelle einen modernen Gebetsort zu entwerfen. Strauss baute eine Architektur aus Naturstein und Beton in streng geometrischen Bauhaustil. Das Gebäude erinnert entfernt an die großen Architekturvorbilder der Zeit: Den amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright mit seinen freistehenden Wandscheiben und seinen ineinander übergehenden Folgen von Räumen. Auch die horizontale Figuration duckt sich in die voreifler Hügel wie die Präriehäuser Frank Lloyd Wright´s sich in die amerikanische Prärie einpassen. Vor der Kapelle steht eine Bank. Darauf zu sitzen und den Vögeln beim Schwatzen zuzuhören und ins Tal zu schauen, das würde Eschweiler gefallen.« (Prof. Matthias Heiermann, Köln, Kuratorium Stiftung Jakob Eschweiler)